Säuglingslagerung: Was ist zu beachten?


Auch wenn wir unsere Kleinen am Liebsten nie aus der Hand geben wollen, so müssen wir sie spätestens zum Schlafen doch mal ablegen. Dabei kann die Frage nach der Schlafposition einfach erscheinen, sollte aber gut bedacht werden. Eine falsche Körperhaltung beim Schlafen kann diverse Auswirkungen haben. Im Folgenden gehen wir auf einige der wichtigsten Erkenntnisse der Forschung seit den 90er Jahren ein.

Rücken- oder Bauchlage

Bei dem Vergleich zwischen Bauch- und Rückenlage gibt es zum aktuellen Stand der Forschung einen klaren Sieger. Derzeit wird in den meisten Fällen eine Lagerung in Rückenlage empfohlen, solange die Gesundheit des Säuglings keine Bauchlage indiziert. Das liegt daran, dass das Liegen in Bauchlage das Risiko für den spontanen Kindstod (SIDS) signifikant erhöht. Das zeigte sich sehr klar bei der „Back to Sleep“ Kampagne, welche die Rückenlage ab 1993 als die empfehlenswerte Position bewarb. Als Resultat davon sind die Fallzahlen von spontanem Kindstod von 3,5 auf 1000 Säuglinge im Jahr 1993 auf 0,2 auf 1000 im Jahr 1995 zurückgegangen. Die Rückenlage wird somit im Allgemeinen als die sichere Position betrachtet, auch wenn die Vernachlässigung der Bauchlage mit einer Verzögerung der motorischen Entwicklung einhergeht. Beim Spielen sollte das Kind unter Beaufsichtigung also auch die Möglichkeit erhalten, die Bauchlage auszuprobieren.

Seitenlage

Die Seitenlage findet bei der Betrachtung von SIDS leider nur selten Beachtung, was es erschwert, in diesem Kontext Aussagen zu treffen. Sie sollten bei der Seitenlage allerdings unbedingt beachten, dass das Neugeborene nicht konstant auf derselben Seite schläft. Eine solche einseitige Belastung kann sich nicht nur negativ auf die motorische Entwicklung, sondern auch auf die Struktur des Skelets selber auswirken. Für diese Entwicklungsprobleme gibt es glücklicherweise therapeutische Möglichkeiten, wenn sie auftreten, aber trotzdem sollte dies möglichst verhindert werden.

Angewinkelte vs. gestreckte Beine beim Pucken

Hierfür verweisen wir abschließend noch auf unseren Artikel „Die Auswirkungen von Pucken auf den Säugling“. Zusammenfassend lässt sich aber sagen, dass gestreckte Beine einen erhöhten Druck auf die Säuglingshüfte ausüben und somit zu einer Hüftdysplasie führen können, weshalb das Pucken mit angewinkelten Beinen vorzuziehen ist.

Quelle:

Jones M. W. (2004). Supine and prone infant positioning: a winning combination. The Journal of perinatal education, 13(1), 10–20. https://doi.org/10.1624/105812404X109357 

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